Khao Lak – „Dive – Eat – Sleep – Repeat“

Der Abschied von Koh Tao und den Leuten dort fiel schon echt schwer umso weniger wurde in der letzten Nacht geschlafen. Bereits um 6:00 Uhr verließ die Fähre mit Florian, Max, Eric und mir (und vielen weiteren) Koh Tao um drei Stunden später in Surat Thani anzulanden. Viele auf dem Boot waren auf dem Weg zur berühmten Full Moon Party nach Koh Phangan, die aber auf Grund des gestorbenen Königs abgesagt wurde. In Surat Thani wurden wir zunächst zu einem kleinen Reisebüro gebracht und dann auf einem Pick-Up zum eigentlichen Bus nach Khao Lak. Weitere 3 Stunden später kamen wir dann erschöpft und hungrig an. Satt vom ganzen Thai-Food machten wir erst einmal den McDonalds unsicher, den es nicht überall gibt und zu unserem erstaunen, waren die Burger echt gut. Wenig  später checkten wir dann bei Khao Lak Scuba Adventures ein, denn der Liveaboard-Trip sollte noch am Abend starten. Im strömenden Regen wurden wir zu unserer „Yacht“ der Manta Queen III gebracht, natürlich dem größten Boot der Flotte. Inzwischen waren auch die 20 Mitarbeiter von Big Blue aus Koh Tao eingetroffen und es konnte los gehen. Wieder einmal mit Glück bekamen Florian und ich eine 2-Mann-Kabine (gebucht war 4-Bett-Zimmer) und los konnte die wilde Fahrt gehen. Der Chef an Board Joe bereitete uns gleich auf sehr ungemütliche Tage vor, denn das Wetter in der Andaman-See war durch einen großen Zyklon über Vietnam und den Philippinen sehr schlecht geworden, doch dazu später mehr.

 

Liveaboard heiß, man wohnt auf der Yacht für vier Tage und vier Nächte und macht nicht anderes als Tauchen-Essen-Schlafen und alles wieder von vorne. Man muss Tauchen schon echt wollen und mögen um 15 Tauchgänge in 4 Tagen zu bewältigen. Mir hat es jedenfalls riesigen Spaß gemacht, auch wenn es schon wirklich anstrengend war und ich ab dem dritten Tag dem Motte voll und ganz gefolgt bin und ich immer zum Dive-Briefing geweckt werden musste. Morgens um 6 Uhr wecken, ne kleines Frühstück, Briefing und schon war man im Wasser. Auch wenn die Similan Islands Saison (am besten von Januar bis März) gerade erst begonnen hatte, so waren die Bedingungen (trotz teilweise echt heftiger Strömungen) um Welten besser als auf Koh Tao. Sichtweite war selten unter 25-30m und die Dive-Sites haben es echt in sich: riesige Korallenfelder (teilweise aber durch den Tsunami 2004 zerstört), krasse Felslandschaften mit Tunneln und natürlich die riesige Vielfalt an Fischen. Team Germany bekam mit Jeff (Amerikaner, aber seit 5 Jahren in der Welt unterwegs) einen echt erfahrenen Tauchlehrer an die Seite, der alle Tauchplätze auswendig kennt. Beim Nachttauchgang bekamen wir einen Oktopus zu sehen, der nicht erfreut war uns zu sehen und bisschen „kotzte“. Einen Black-Tip-Hai, riesige Barrakudas, einen echt großen Napoleon-Fisch und natürlich Schildkröten und vieles vieles mehr warteten bei den unzähligen Tauchgängen auf uns.

Männerkabine
Männerkabine

Leider verschlechterte sich das Wetter von Tag zu Tag und so hatten wir ab dem dritten Tag durchweg mit Regen zu kämpfen (spielt unter Wasser keine Rolle) aber so wurde eigentlich nichts mehr richtig trocken. Regen allein wäre noch okay gewesen, aber auch die See wurde von Stunde zu Stunde welliger und so konnten wir leider nicht zum weltberühmten Richelieu Rock und auch der letzte Wrack-Tauchgang musste gestrichen werden. Nachts versteckten wir unsere Yacht hinter den Inseln und es war gut zu ertragen, aber nach dem Tauchen wieder aufs Boot zu kommen, war schon teilweise grenzwertig und nicht ungefährlich. Aber alle waren erfahren genug und die Thai-Crew gab alles (sprang immer wieder in Kleidung ins Wasser um den Tauchern aufs Boot zu helfen) und der Kapitän hatte alles im Griff. 14 Tauchgänge waren geschafft, der letzte Tauchgang gestrichen und so stand „nur“ noch der Weg in den sicheren Hafen auf dem Programm, doch der sollte zur Odyssee werden. Eigentlich bräuchte man für den Weg zurück gute drei Stunden, wir haben 6,5h gebraucht, da ein direkter Weg durch 3m Wellen nicht möglich war. Zum Glück gibt es Tabletten gegen die Seekrankheit und so überstanden alle die Achterbahnfahrt auf dem Boot ohne größere Ausfälle. Beeindruckend auf so einem Boot sind die Abläufe hinter den Kulissen, denn die Thai-Crew, die Tauchlehrer und vor allem die Köchin ermöglichen einem einen unvergesslichen Aufenthalt. Zu jeder Mahlzeit (Frühstück, Mittag, Snack, Abendbrot) wurde reichlich im Buffetstyle aufgetischt und wenn man zu seinem Equipment kam, waren die Tanks schon wieder voll. Khao Lak Scuba Adventures ist sehr zu empfehlen, da alles sehr professionell und strukturiert abläuft, was beim Tauchen und in Sachen Sicherheit sehr wichtig ist. Alles in allem hat sich der Trip mehr als gelohnt.

Die anderen drei mussten schnell ein Taxi bekommen um pünktlich zu ihrem Nachtbus nach Bangkok zu kommen, da die Heimreise nach Deutschland bevor stand. Schöne Grüße an dieser Stelle – es war mir eine Ehre. Ich ließ mich mit der Big Blue Crew aus Koh Tao zum Monkey Dive Hostel bringen, welches für die nächsten Tage zu meiner Wohlfühloase wurde. Das Hostel ist ziemlich neu, die Mitarbeiter der absolute Hammer in Sachen Freundlichkeit, extrem sauber, die Betten einmalig kuschlig, die Leute total entspannt und der Aufenthaltsraum ein Traum. Für 9€ die Nacht kann man es hier schon sehr gut aushalten. Übrigens das Restaurant auf der anderen Seite der Straße ist der absolute Hammer. Zu faul zum Laufen entschied ich mich abends dafür, dort Pad Thai Chicken (mein Leibgericht hier – günstig, sättigend und meistens sehr lecker) zu essen und ich bekam das leckerste Pad Thai, das ich bisher in Thailand hatte und dazu noch eine richtige Männerportion, was in Thailand zweimal eine normale Portion ist. Und dazu sind die Betreiber noch unheimlich freundlich und selbst als am nächsten Tag für 4 Stunden der Strom weg war, blieben die total entspannt, stellten Kerzen auf und unterhielten die Gäste! Definitiv empfehlenswert!

Mal ein paar Worte zu Khao Lak – diese Küstenregion wurde vom Tsunami am 26.12.2004 am härtesten getroffen und völlig zerstört. Wenn man das nicht weiß, dann fällt das gar nicht auf, denn die Thais haben sofort in die Hände gespuckt und alle wieder aufgebaut. Es ist aber zu merken, dass man in der Nähe von Phuket ist, denn der Massentourismus hat hier auf jeden Fall Einzug erhalten, was man an Restaurantpreisen und unzähligen Souvenir-Shops merkt. Khao Lak ist aber vor allem der Startpunkt für fast alle Similan Islands Tauch-Touren. Das Wetter hatte sich übrigens weiter verschlechtert und obwohl es Regenzeit war, waren die Niederschläge und der Sturm auf der Andaman-See ungewöhnlich. Im Gespräch mit einem Mitarbeiter einer anderen Tauchbasis erfuhr ich, dass seit unserem Zurückkommen fast alle Liveaboard-Trips gestrichen wurden und inzwischen die Küstenwache jedes Boot in den Hafen zurückschickt, da es für alle zu gefährlich wäre. Da hatten wir wohl gerade noch Glück, dass unser Boot auslaufen konnte. Auf jeden Fall hatte ich vom Regen genug und den Entschluss gefasst ein bisschen Sonne auf Bali zu tanken. Also günstige Flüge von Phuket nach Bali und zurück gesucht und gebucht! Mein erstes Mal Bali steht also bevor und wahrscheinlich wird es ein Wiedersehen dort geben. Doch mehr im nächsten Blog.

Eine der Similan Islands (Sembilan steht für die Zahl 9 – soviele Inseln sind es wohl)

7 Kommentare zu “Khao Lak – „Dive – Eat – Sleep – Repeat“


  1. Hallo Stefan,
    auch wir haben deine ersten Berichte
    gelesen und wünschen dir weiterhin so
    tolle
    Erlebnisse. Nun warten wir auf deine
    Eindrücke von Bali. Henry ist gestern
    los und heute in Manila eingetroffen!
    Sei lieb gegrüßt und gedrückt von den
    Leipzigern

  2. Respekt …….ich mach gerade
    Pauschalurlaub auf Mallorca ….dir
    weiterhin viel Spaß und interessante
    Abenteuer

  3. Moin Köppo mein Bester.
    Es ist wie damals nach der Uni. Ich
    lese deinen Blog und fühle mich
    mittendrin in deinen Erlebnissen.
    Wirklich unglaublich, wieviel du in
    der kurzen Zeit bereits wieder
    erlebt hast. Aber dem erfahrenen
    „Globetrottel“ macht halt niemand
    was vor.

    Ich sage nur WARG.

    Ich wünsche dir einen guten Flug
    nach Bali und tolles Wetter.
    Weiterhin viel glückliche Fügungen
    und vorallem Gesundheit.

    Lass uns weiter teilhaben an deinen
    Erlebnissen.

    Ha Ho He mein Bester! 😉

    Grüße aus der Hauptstadt,
    Weltstadt, Metropole…

    friedi

  4. Hallo Stefan,
    wir deine Seite weiter verfolgen.
    Sehr interessant wie es am anderen
    Ende der Welt so bei dir ist.
    Schöne grüße Lars und Familie.

  5. Hallo Stefan. Deine Erlebnisse sind spannend und tolle Bilder. Mann
    möchte auch Urlaub machen. Sonne und Meer. So schön. bleibe
    gesund und ganz viel Spaß noch. Kuss und Umarmung von Tanten
    Birgit

  6. Hallo Stefan,
    die Berliner wünschen Dir eine schöne Zeit. Wir zählen zu Deinen aktiven
    „Verfolgern“ :o) – super Idee!!!

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