Koh Phangan – „Full Moon, Half Moon, Silver Moon“

Von Khao Lak nach Koh Phangan bedeutet: 11h Reise, 2 Mini-Vans + 1 Reisebus + eine Fähre oder von der Westküste auf eine Insel vor der Ostküste für 950 Bath (25€). Reisetage sind immer mit viel Warterei verbunden, da man von einem Sammelpunkt zum nächsten gebracht wird. Der erste Mini-Van sammelte mich morgens um 8Uhr am Hostel ein nachdem bis auf einen Platz alle belegt waren ging es Richtung Krabi. Nach einer Stunde Fahrt bekam der Fahrer einen Anruf und drehte wieder um. Er hatte doch tatsächlich jemanden vergessen. Irgendwie scheint sowas aber eingeplant zu sein, denn wir erreichten Krabi trotzdem überpünktlich. Kaum ausgestiegen, wurden wir auf andere Mini-Vans aufgeteilt und zu einem weiteren Sammelpunkt fünf Minuten entfernt gebracht. Dieser Sammelpunkt füllte sich innerhalb einer guten Stunde mehr und mehr und jeder bekam einen lustigen Sticker mit seinem Reiseziel auf die Brust und ein Ticket für die Fähre in die Hand. In einem großen Reisebus ging es zum Donsak-Pier von dem die Fähren Richtung Ostküsten-Inseln ablegen.  Nachdem ich bereits zweimal auf Koh Tao war, wollte ich nun mal Koh Phangan besuchen. Diese Insel ist berühmt für seine Full Moon Partys. Wie es der Zufall wollte erreichte ich Koh Phangan nicht nur genau am Full Moon Abend, nein es war auch noch der Super Full Moon und so war die letzte Fähre Richtung Koh Phangan gefüllt mit angetrunkenen Ausländern, die die Insel in Massen zu diesem Event bevölkern. Full Moon Party heißt, dass bis zu 30.000 Menschen einen Strand bevölkern und von 10 Beschallungsanlagen zum Tanzen und Feiern animiert werden. Leider hatte ich bereits im Vorfeld nicht viel Gutes von dieser berühmten Beachparty gehört und so mied ich diesen Teil der Insel für ein paar Tage.

Stattdessen hatte ich mir in der Nähe vom Thongsala Pier eine nette kleine Bungalow-Siedlung direkt am Strand rausgesucht und einen Bungalow mit Terrasse, Hängematte, Pool und privatem Strand für 14€ die Nacht gegönnt. Der Bungalow war recht spartanisch eingerichtet (Doppelbett, eigenes Bad mit kalter Dusche, Ventilator), aber die Lage und der Pool waren jeden Euro wert. Über eine Freundin aus Norwegen, bekam ich den Kontakt von einem Norweger (Thomas), der nach Koh Phangan ausgewandert ist und mit diesem traf ich mich zum Frühstück. Es sollte der Anfang einer Reihe von speziellen Begegnungen werden. Der Norweger selbst hatte Karriere bei BMW in Norwegen gemacht, bis er von einem Burnout für ein Jahr aus dem Verkehr gezogen wurde. Danach entschied er sich sein Leben grundlegend zu ändern, dem System zu entfliehen und sein Glück in Thailand zu versuchen. Seit zwei Jahren lebt er nun auf Koh Phangan und arbeitet als digitaler Nomade online an verschiedenen interessanten Projekten. Er hat eine thailändische Frau gefunden, lernt thailändisch und ist dabei ein großes Haus im Norden der Insel zu bauen. Er nahm sich viel Zeit und erklärte mir grundlegendes über die Insel. „Ich mag die Insel, wenn nicht gerade Mond ist“ – dieser Satz ist prägend für die Insel, denn egal ob Vollmond, Halbmond oder kein Mond, für jeden Mond gibt es verschiedene Partys: Strandpartys, Dschungelpartys oder Wasserfallpartys. Ist aber gerade keine Mondparty, dann ist die Insel ziemlich ruhig und teilweise sehr idyllisch und verlassen. Über Kontakte von Thomas mietete ich mir für die nächsten Tage einen Roller für 4€ am Tag (ohne Vorauszahlung und ohne Pass-Hinterlegung), denn ich wollte die Insel auf eigene Faust erkunden.

Koh Phangan ereilt aber das gleiche Schicksal wie Koh Tao. Bei meinen Erkundungstouren über die Insel musste ich feststellen, dass alles bebaut wird. Es gibt nur noch wenige Strände, die unbebaut sind und viele kann man nur noch erreichen, indem man Resorts durchquert. Überall entstehen riesige neue Hotel und Bungalow-Anlagen, obwohl die meisten jetzt schon nicht ansatzweise ausgebucht sind. Der Tourismus in Thailand ist nach den letzten Unruhen und Anschlägen um 30% zurückgegangen und dennoch wird überall wie verrückt gebaut. Koh Phangan (gerade einmal 45min mit der Fähre von Koh Samui entfernt) ist dabei einen eigenen Flughafen zu bauen, da viele Urlauber keine Fähre nehmen und lieber auf Koh Samui bleiben, wo es bereits einen Flughafen gibt. Diese Entwicklung ist nicht aufzuhalten und dennoch ist es schade, dass ein weiteres Paradies dem Massentourismus geöffnet wird. Auf einer meiner Entdeckungstouren wurde ich von einem Monsunschauer überrascht und ich fand Unterschlupf in einem kleinen belgischen Cafe. Hier lernte ich den belgischen Besitzer bei einem richtig guten Cappuccino kennen und eine weitere interessante Lebensgeschichte. Der Belgier ist mit seiner Frau ausgereist um ein entspanntes und erfülltes Leben in der Wärme Thailands zu leben. Ursprünglich wollten Sie in den Norden Thailands, aber da gibt es keine Strände, also fiel die Wahl auf Koh Phangan. Neben dem kleinen Cafe arbeitet der Belgier als Fotograf und das vor allem für die Immobilen-Branche. Per Gesetz ist es in Thailand keinem Ausländer gestattet Besitz zu haben (Ländereien, Häuser …). Mich interessiert deshalb immer wieder, wie Ausländer alles aufbauen und vor allem wie sie die Visumfrage klären. Eine Möglichkeit ist es  sich eine thailändische Frau zu suchen, eine andere Möglichkeit ist es thailändische Firmen zu gründen, wobei auch das nur mit thailändischen Teilhabern möglich ist. Ist man in Besitz einer thailändischen Firma, bekommt man ein jährlich ein Arbeitsvisum und muss dennoch alle drei Monate zur Grenze und sich einen Stempel holen. Es gibt aber auch ein Sprachvisum, dass es einem erlaubt ein Jahr im Land zu bleiben. Bedingung ist, dass man zwei Mal die Woche in eine Sprachschule geht und thailändisch sprechen und schreiben lernt, was alles andere als einfach ist.

Ich habe sechs Tage auf Koh Phangan verbracht und viele Teile der Insel mit meinem Roller erkundet. Der Süden und Westen mit dem Hauptort Thongsala und dem Full Moon Party Beach Haad Rin ist sehr touristisch und erschlossen. Im Osten und Norden gibt es noch Strände und Gegenden, die unberührter sind, aber auch hier wird überall gebaut. Nahezu jeden Abend war ich Gast auf dem Night Markt in Thongsala, auf dem man nahezu alles zu Essen bekommt, worauf man Lust hat und das zu Tiefstpreisen: von normalem Thai-Food (Nudeln, Reis, Fleischspieße …), über Pizza, Pancakes, Waffeln, Frucht-Shakes, geröstete Insekten, Sushi, Fisch vom Grill …. Man bekommt einfach alles und kann sich überall durchprobieren. Kurz vor Ende meines Aufenthalts bekam ich den 60-jährigen Franzosen Christian als Bungalow-Nachbar. Ein bisschen verrückt, aber ein lieber netter Rentner, der dem Winter in Frankreich entflieht und 5 Monate in Südostasien verbringt, bevor er im Frühling zurück in die Heimat geht. Selbst mit einer kleinen Rente, kann man in Südostasien recht komfortabel leben: eigener Bungalow, drei Mal am Tag ins Restaurant gehen und Temperaturen um die 30 Grad genießen, klingt nicht so schlecht oder? Ich hatte Koh Phangan bisher gemieden, bin aber positiv von der entspannten Atmosphäre (wenn nicht gerade Mondpartys sind) überrascht worden und freue mich jetzt auf die nächste Insel: Koh Samui steht bevor und ein Wiedersehen nach über drei Jahren!

6 Kommentare zu “Koh Phangan – „Full Moon, Half Moon, Silver Moon“


  1. Hallo Stefan,
    auch wir verfolgen deine
    Reiseberichte weiter mit großer Neugier
    und haben uns davon inspiriert auf
    You Tube Videoluftaufnahmen
    von den Stränden in Koh Phangan
    angeschaut- einfach traumhaft!!!
    Wir wünschen dir weiterhin so tolle
    Erlebnisse und bleiben am „Ball“.
    Aus der Stadt des derzeitigen
    Fußballbundesligaspitzenreiters grüßen
    dich ganz lieb – Margrit und Lutz

  2. Hallo Stefan, liebe Grüße aus dem vorweihnachtlichen Berlin und irgendwie
    einen schönen 1. Advent! Was für Erlebnisse – wir sind begeistert :o) und bleiben
    dran… Lass Dich drücken!
    Deine Berliner

  3. Hallo Weltenbummler,
    schön, dass du uns teilhaben lässt an
    deinem großen Abenteuer! Weiter
    so!!!! Das macht Lust auf Urlaub,
    Reisen und die weite Welt.
    Herzliche Grüße aus der Heimat.
    Bleib neugierig und vor allem
    gesund!!!!

    Deine Zahnfee Bitgit

  4. Hi Köppo!

    Bin wie immer dabei und lese angeregt. Und auch wenn mal kein Kommentar kommt, sollst du wissen,
    dass ich mich stets an deinen Zeilen erfreue. 🙂

    Schöne Grüße aus dem zunehmend kälteren Deutschland
    Jan

  5. Moin mein Bester!

    Mit großem Interesse lese ich deine
    Reiseberichte und muss dabei ehrlich
    zugeben, das mir wieder und wieder
    der Neid in die Adern fließt. Ich
    finde es super Klasse das du Dir
    diese „Auszeit “ gönnst und ich
    bereue es, das ich es trotz häufiger
    Gedanken mir nie erlaubt habe mich
    ebenfalls auf so eine Reise zu
    begeben. Inspiriert durch deine
    lebendigen und erfrischenden Texte
    werde ich wohl oder übel auch den Mut
    aufbringen müssen die ganzen
    „Sicherheitsgedanken“ weit weg zu
    schieben um meinen jahrelangen Traum
    endlich umzusetzen. Ich wünsche Dir
    weiterhin viel Spaß und super tolle
    Erfahrungen bei deiner „kleinen Reise“
    um die Welt.
    In Erwartung des nächsten Berichtes,

    Beste Grüße Ralf

    P.S. Rechtschreib-und Grammatikfehler
    könnt ihr für Euch behalten.

    1. Hallo Ralf, es überrascht mich ja schon ein bisschen, dass du Interesse an meinen Blogs hast und vor allem, dass ich deinen Traum lebe. Sag Bescheid, wenn du soweit bist und dich irgendwann auf den Weg machst, dann treffen wir uns irgendwo und du wirst Bestandteil eines Berichtes. Vielen Dank für deinen tollen Kommentar und viele Grüße in die Heimat und an die Mannschaft!

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