Koh Tao – “Blond women really are fun”

Bereits 2009 war Koh Tao meine zweite Station in Thailand und damals habe ich mich in die Insel verliebt. Also wollte ich mal schauen wie es meiner „heimlichen Liebe“ so ergangen ist und vor allem wollte ich endlich wieder Tauchen.

Aussicht von der Big Blue Terasse

Mit dem Nachtbus ging es von Bangkok nach Chumphon in gut 8 Stunden. Auf dem Nachbarplatz im Bus saß eine Amerikanerin, die gerade eine 24stündige Anreise hinter sich hatte um ihre Freundinnen zu treffen. Wie Amerikaner so sind, dachten sie, dass die Anreise nach Koh Tao nur ne kurze Fahrt mit der Fähre wäre, nachdem ihnen klar geworden ist, dass das Ganze gut 14h dauert, wollte Marissa am liebsten aus dem Fenster springen! Später konnten wir über diese kurze Begegnung noch öfter lachen, da auch die Amerikanerinnen zu Big Blue Diving wollten um lizensierte Taucher zu werden. Der Bus war aber nicht so voll und so suchten sich alle schnell zwei Plätze zum schlafen. Gegen 5Uhr am Fährterminal angekommen, hieß es weitere 2h auf die Fähre warten, die dann auch nochmal 2h nach Koh Tao brauchte. Bereits am Terminal angekommen ahnte ich, dass sich einiges verändert hatte, denn war ich 2009 noch einer von vielleicht 20 Reisenden auf der Fähre, so war ich jetzt einer von 200!! Hatte der Massentourismus also Koh Tao erreicht? Auf Koh Tao angekommen das gleiche Bild: hunderte Menschen die auf die Fähre wollten und alles voller Autos, die ihre „Schäfchen“ zu den Resorts und Tauchstationen bringen wollten. Auch Big Blue hat uns abgeholt und so ging es im Pick-Up-Taxi mit den Amerikanerinnen und anderen zum Big Blue Resort. Ich wusste bereits aus dem Internet, dass Big Blue ein neues Resort gebaut hat und das alte (in dem ich 2009 das Tauchen erlernte) nicht mehr existiert. Kaum bei Big Blue angekommen, hatte ich meine alte Liebe Koh Tao wieder, denn das Resort ist ziemlich am Ende vom Sairee Beach und somit unberührt von der Hektik am Pier! Kleiner Tip: wer das Big Blue Hotel bucht (3min Fußweg von der Station), bekommt ein 4-Bed-Room mit Klima und heißer Dusche für den selben Preis wie das 6-Bed-Dorm ohne Klima und kalter Dusche 😉

Nachdem ich 2010 das letzte Mal in Australien am Great Barrier Reef tauchen war, absolvierte ich erst einmal einen Refresher. Es muss Schicksal sein, denn ich bekam wieder eine hübsche Blonde Tauchlehrerin an meine Seite gestellt, wie bei meinen Kursen 2009. Woody (richtiger Name Manou aus den Niederlanden) machte das echt super und sofort war ich wieder mit dem Tauchvirus infiziert. Koh Tao ist um diese Jahreszeit nicht das beste Tauchrevier, da die Sicht oft nicht über 15m unter Wasser beträgt, dennoch wollte ich ein paar Fun-Dives machen und trug mich für die nächsten Tage für das Morning-Boat ein: das heißt um 6:15Uhr treffen und um 6:45Uhr los Richtung Tauchgründe. Die Hoffnung auf Wale-Sharks wurde leider nicht erfüllt, aber dafür wurden wir von Millionen Quallen überrascht, die auch noch Tentakeln hatten. Dennoch waren es tolle Tauchgänge. Auf einem der Tauchgänge wurde Florian (aus Deutschland) zu meinem Tauchbuddy. Ich weiß ihr wartet schon gespannt, wann endlich das Motto dieses Blogs zum Tragen kommt: jetzt! Wer taucht weiß, dass vor jedem Tauchgang ein Buddycheck gemacht wird, wo geprüft wird, ob man an alles gedacht hat. Woody (blond) hat uns dafür einen Merkspruch an die Hand gegeben: „Blond women really are fun“ und jeder Anfangsbuchstabe steht für einen Teil des Checks. (es gibt noch einen anderen guten: „Bruce Willis ruins all films“)! Also hat das Motto was mit dem Tauchen zu tun und nicht was ihr vielleicht denkt, aber wer weiß 😉 Jedenfalls waren Florian und ich so vom Tauchen infiziert, dass wir aufgeschnappt hatten, dass die Similan Islands demnächst die Saison eröffnen (am 15.10. wurde der Nationalpark zum Tauchen nach 5 Monaten Pause wieder freigegeben) und 20 Leute der Big Blue Crew, sowie Max und Eric (zwei weiterer Deutsche) auf dem Boot sind. Da Flo demnächst zurück nach Deutschland musste, hatten wir uns für ein anderes Boot und einen 3Tage/3Nächte Trip entschieden. Geplant – gebucht – gefreut – enttäuscht, denn am nächsten Tag erfuhren wir, dass man sich im Monat geirrt hatte. Dank Big Blue (haben für uns wie die Löwen gekämpft) und mit ein wenig Glück ergatterten wir die letzten beiden Plätze auf dem Big Blue Crew Boot für 4Tage/4Nächte mit 50€ Entschädigungsrabatt. Also stand fest, der nächste Stopp werden die Similan Islands (mit die besten Tauchgründe Thailands) auf einem Liveaboard sein: der Manta Queen III.

Das galt es natürlich zu feiern und ab ging es zu Big Blue Bar, die im Resort direkt am Strand ist. Bier bestellt, an den Tresen gesetzt und chillen. Plötzlich kommt der Koch aus dem Restaurant und spricht mit dem Barkeeper. Irgendwas stimmt nicht, das wird sofort klar: der König von Thailand sei soeben gestorben. Thailands König war das am längsten amtierende Staatsoberhaupt der Welt und was viel viel wichtiger ist, die Thais verehrten und vergötterten diesen König (auf Verleumdung des Königs stehen in Thailand bis zu 15 Jahre Haft!), der so viel für das Land und vor allem für die Armen getan hat. Doch was heißt das für uns, die gerade an der Bar sitzen und feiern wollten: der Barkeeper gab uns zu verstehen, dass um 24 Uhr alle Bars geschlossen werden und für 30 Tage keine Partys, Feiern oder Festivals stattfinden werden und keine laute Musik gehört werden darf und für ein Jahr!!!!!! wurde Staatstrauer ausgerufen, jetzt wird einmal mehr klar, was dieser König den Einheimischen bedeutet hat. Mein erster Gedanke an der Bar war aber ein anderer: wo sollen wir jetzt Bier trinken gehen, da wir doch gerade heute mit den Amerikanerinnen ausgehen wollten (schließlich hatten die ihren Open Water Kurs bestanden). Der Schock war überall zu spüren und wir verhandelten mit dem Barkeeper erst einmal darüber, ob wir den Kühlschrank mit dem ganzen Bier auf das Zimmer haben könnten 😉 Später in einer Bar von Einheimischen wurde dann um Punkt 24Uhr die Musik ausgemacht und der sonst so lebendige Sairee Beach lag ziemlich verlassen da. Nur die Rock Bar wollte sich dem Verbot noch nicht beugen und so ließen wir den Abend da ausklingen.

06:15Uhr - Paradies Koh Tao
06:15Uhr – Paradies Koh Tao

Ein kleiner Geheimtipp für alle, die irgendwann kein Thai-Food mehr sehen können. Das kleine unscheinbare Pads (Thai-Restaurant) hat die besten Chicken-Nuggets die ich je gegessen habe. Frisch zubereitet und unheimlich knusprig. Alles in allem war Koh Tao wieder ein Reise wert und gerade die Leute bei Big Blue machen jeden Besuch unvergesslich! Ich habe unheimlich viele nette und spannende Leute kennengelernt und in mir wächst so langsam eine Idee heran, auf die ich in Zukunft vielleicht zurückkommen werde! Wer bei Big Blue taucht, der kann immer noch umsonst in einem Mehrbettzimmer wohnen und die Tauchlehrer, die Thai-Crew, die Boote und die Ausrüstungen sind erstklassig. Nur zu empfehlen. Ich habe auch bei diesem Besuch nicht wirklich viel von Koh Tao gesehen, aber ich hatte entspannte Tage, super Tauchgänge (trotz teilweise schlechter Sicht), tolle Begegnungen, aufregende Nächte und ich bin richtig in dieser „Reise“ angekommen. Der letzte Abend wurde nochmal entspannt im Big Blue Resort verbracht, denn es standen Verabschiedungen auf dem Programm und es sollte der Transfer nach Kao Lak und vor allem der 4Tage/4Nächte Trip mit 15 Tauchgängen bei den Similan Islands folgen.

Big Blue - Deep Blue
Big Blue – Deep Blue

Koh Tao ist und bleibt meine „heimliche Liebe“ – also nicht weitersagen!

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