Singapur – „Green, Clean, European“

Nachdem ich mit Kuala Lumpur nie richtig warm werden konnte, versuchte ich nun also in der nächsten Metropole Singapur mein Glück. Auch hier entschied ich mich wieder den Bus einem Flugzeug vorzuziehen, aber mit ein bisschen mehr Luxus. Busverbindungen von KL nach Singapur gibt es wie Sand am Meer, aber nur wenige mit einer guten Zentrumsverbindung. Online buchte ich mir für 14€ einen der letzten Fensterplätze im Sternebus. Sternebus heißt, es gibt eine Mahlzeit, ein Getränk und jetzt kommt der Hammer: jeder Sitz hat sein eigenes Entertainmentsystem, wie im Flugzeug. Also konnte die Fahrt gut mit Filmen überbrückt werden. Als ich in den Bus kam, war mein Platz von einem älteren (über 70 schätzungsweise) australischen Herrn belegt und als ich ihn darauf aufmerksam machte, dass dies mein Platz sei, wurde er sofort ungehalten und behauptete knall hart, dass er den Fensterplatz gebucht habe und was ich mir einbilde das in Frage zu stellen. Er wollte sogar wetten um 20 Dollar, also gab ich nach, denn so machen das die Klügeren oder? Jedenfalls war der Mann echt grumpy und unfreundlich, aber ich hatte ja meine Filme und beschäftigte mich nicht weiter mit ihm. Die Fahrt sollte eigentlich 5,5 Stunden dauern, daraus wurden aber gut 7 Stunden, denn die Grenzkontrolle von Singapur meinte in Zeitlupe arbeiten zu müssen, aber sowas bringt mich ja schon lange nicht mehr aus der Fassung. Am Ende der Reise hatte der ältere Herr wohl einen lichten Moment, denn er wurde auf einmal freundlich und fragte mich ob ich zur U-Bahn wolle und erklärte mir netterweise den Weg! Geht doch. Das U-Bahn-System ist eines der besten der Welt, top ausgebaut, pünktlich und extrem sauber. Ich besorgte mir einen Touristenpass, mit dem man 3 Tage für 20 Dollar so viel fahren kann wie man möchte.

Skyline von Singapur Downtown

Ich hatte das Beary Best Hostel in Chinatown für 15€ die Nacht mit Frühstück im 9-Bett-Zimmer gebucht, das war mit die günstigste Option, denn Singapur ist schon sehr teuer. Vor 7 Jahren war ich das letzte Mal in Singapur und seit dem hatte sich einiges verändert, was also anschauen? Singapur ist seit 2010 um eine Attraktion reicher: das Marina Bay Sands! Ein Luxusobjekt der Superlative. Drei Türme ragen mit 55 Etagen 191 Meter in die Höhe und beherbergen 2561 Zimmer und das Kasino, der Hauptgrund für den Bau. Über den Türmen schwebt ein 340m langer Dachgarten mit Infinity-Pool, der von unten wie ein Schiff aussieht. Zu dem Resort gehören: 6 Restaurants, Museum, Theater, Einkaufzentrum, Bars, Nachtclubs … Der Bau des Resorts, soll mit Grundstückskosten 4,6 Milliarden Euro gekostet haben! Absoluter Wahnsinn, aber eine echte Attraktion. Um so mehr man sich mit diesem Projekt beschäftigt, um so mehr schüttelt man den Kopf. 10000 Menschen sind direkt in dem Komplex beschäftigt. 2014 wurde ein Reingewinn von 1,7 Milliarden Dollar erzielt. Man erwartet, dass der Kasinokomplex im Jahre 2015 fast 1% des Bruttoinlandsprodukts vom Staat Singapur erwirtschaftet: 2,7 Milliarden Dollar. Das sind alles nur Zahlen, aber in Realität, ist dieser Bau einer der imposantesten die ich je gesehen habe. Hinter den Türmen erstreckt sich der Gardens by the Bay Park, der über 100 Hektar große Park ist auch definitiv ein Besuch wert. Natürlich finden sich auch hier Superlative, so ist der Flower Dome, das größte Glasgewächshaus der Welt und die Supertrees sind echte Hingucker. Jeden Abend gibt es bei den Supertrees eine kostenlose Licht und Tonshow und auf der Wasserseite vor dem Einkaufszentrum des Marina Bay Sands gibt es eine kostenlose Wassershow. Die Wassershow war ein absolutes Highlight, denn als Kulisse hat man die Skyline von Downtown Singapur und auf dem Wasser wird mit Laser, Fontänen und Wasserspray, der Lebenszyklus eines Singapurers dargestellt. Dazu läuft Musik und es gibt Feuerfontänen. Die Wonder Full Show ist ein Muss bei jedem Besuch in Singapur.

Natürlich hat Singapur noch viel viel mehr zu bieten und so lief ich auch wieder einige Kilometer einfach nur quer durch die Stadt auf Entdeckungsreise. Zu sehen gibt es immer was und wenn man nicht mehr kann, dann empfehle ich einfach einen Sitzplatz an einer vielbefahrenen Straße zu suchen und die Show kann beginnen. Denn Singapur ist wohl der Staat mit der höchsten Millionärsdichte. Jeder 10. Haushalt ist Millionär und das spiegelt sich natürlich auf der Straße wieder. Meine Bilanz nach 30 Minuten: 2 Ferrari, 2 Bentley, 1 Maybach, 4 Maserati, unzählige Porsche in allen Varianten und natürlich jede Menge Luxuskisten von BMW, Mercedes und Audi. Schon nicht schlecht. Den ersten Tag verbrachte ich komplett im urbanen Gebiet und den zweiten Tag wollte ich mal wieder bisschen Natur in Singapur suchen. Singapur bezeichnet sich als „Grüne Stadt“ und wenn es nach den Stadtplanern geht, dann soll es bald „Stadt im Grünen“ heißen. Es gibt unzählige Parkanlagen zu entdecken, die gut mit der U-Bahn zu erreichen sind. Ich hatte mich für den Mount Faber entschieden, von dem man über einige spektakuläre Brücken bis zum Kent Ridge Park wandern kann. Das Band von Parkanlagen erstreckt sich über 10km und definitiv sehenswert, wenn man genug von Großstadt hat. Mount Faber ist eine gut 100m Erhöhung von der man einen schönen Blick auf die Stadt hat und von dem auch eine Seilbahn zur Freizeitinsel Sentosa fährt. Singapur ist und bleibt eine Stadt der Superlative und so verbindet eine 140 m lange geschwungene Holzbrücke (Henderson Wave) auf 36m Höhe die Parkanlagen. In der nächsten Parkanlage wartet dann ein ewig langer Baumwipfelpfad und man vergisst völlig, dass man eigentlich im Herzen einer Metropole ist. Einer der besten Ausflüge die ich je in einer Großstadt gemacht habe.

Auch wenn Singapur eine andere Preisklasse als der Rest Asiens ist, so gehört ein Besuch von Singapur auf jeden Fall auf die Agenda. Es war schön mal wieder in einer „europäisch“ wirkenden Stadt zu sein, die extrem sauber ist, ein super öffentliches Verkehrsnetz besitzt und dazu noch unzählige Parks zum Entkommen bereit hält. Trotzdem war die Sehnsucht nach Strand und Surfen sehr groß und ich freute mich auf die „Heimkehr“ nach Bali, denn ich hatte bereits Kontakt mit dem Surfhaus aufgenommen und mein Bett war bereits bezogen. Die nächsten 60 Tage steht nun also Bali auf dem Programm! Happy Days.

Euer Wunsch ist mir Befehl: ein Selfie!

6 Kommentare zu “Singapur – „Green, Clean, European“


  1. Hallo Stefan, Du „alter“ Weltenbummler,
    Deine Berliner wünschen Dir schöne Weihnachtstage, so fernab von jeglicher
    deutscher Weihnachtsgans und traditioneller Weihnachtsmusik 😉 Komm gut
    ins neue Jahr 2017! Wir denken an Dich und drücken Dich!
    PS: Hier regnet und stürmt es – wir wären gerne bei Dir!!!

  2. Hallo Stefan,
    nachdem wir gesehen haben, wie du den
    1.Weihnachtsfeiertag verbringst,
    haben wir Verständnis für die
    derzeitige „Sendepause“ in deinem Blog.
    Wir wünschen dir jedenfalls ein
    gesundes und erlebnisreiches Jahr 2017
    und warten gespannt auf deine
    nächsten Berichte – incl. Sylvesterfete!
    Liebe Grüße von den Leipzigern –
    Margrit und Lutz

  3. Mein kleiner Lockenkopf…. Wenn man
    deinen Blog liest, hat man das
    Gefühl, dass man dich auf deinem
    Abenteuer begleitet. Wahnsinn was du
    erlebst.
    Allerdings fehlt mir in diesem
    Reisebericht die kulinarische Note…
    ;)…
    Wir wünschen dir ein schönes
    Weihnachtsfest
    LG

  4. Hallo Weltenbummler,
    wir sind immer sehr gespannt auf
    deine Reiseschilderungen und
    Fotoschnappschüsse- so auch diesmal.
    Signapur ist der Hammer-die
    Aufnahmen phantastisch!!!
    Marina Bay Sands ist architektonisch
    echt ein Hingucker.
    Das mit der größten Millionärsdichte
    (jeder 10. Haushalt) scheint
    übrigens zu stimmen-in unserem Eck
    (40 Haushalte) gibt es nicht Einen!
    Während wir nun voll in den
    Weihnachtsvorbereitungen stecken,
    lässt du dir es zwischenzeitlich in
    Bali gut gehen. Klingt irgendwie
    komisch – aber wir gönnen es dir von
    Herzen!
    Wir wünschen dir schon mal alles Gute
    (auch wenn wir keine Vorstellung haben
    wie man Weihnachten dort begeht) und
    drücken dich ganz fest.
    Liebe Grüße senden Margrit und Lutz

  5. Hey Köppi mein Guter,

    Ich melde mich auch mal wieder.
    Deinen Blog verfolge ich auch mit großer Neugier und du kannst einen echt neidisch machen, aber zum
    Glück kann man mit deinen Texten und Bildern ein bisschen „mitreisen“.
    Da weiß ich für die Zukunft ja gar nicht wo ich zuerst hinreisen soll 🙂

    Ich freue mich schon auf deinen weiteren Erlebnisse.
    Weiterhin eine schöne und erlebnisreiche Reise 🙂

    Beste Grüße aus Neubrandenburg
    Kleppo und Lui

  6. Hey Köper!
    ich verfolge deine Reise ebenfalls mit viel Neugier und das weckt definitiv so einige Ideen für die
    Zukunft.
    Halt weiterhin die Ohren steif und genieße die Zeit auf Bali ausgiebig mit surfen 😉

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